Weniger Pixel sind oft genug

3. April 2019, 10:14 Uhr,

Zu viele Megapixel verschlechtern die Bildqualität,
wenn sie auf kleinen Bildsensoren untergebracht sind.


Weniger Pixel sind oft genug

Wie verwenden Sie Ihre Digitalfotos?
Zum Upload in soziale Netzwerke? Für Fotobücher oder Abzüge bis Postkartenformat? Oder für große Wandposter? Bei aktuellen Digitalkameras können Sie relativ sicher sein, dass die gebotene Auflösung für alle diese Zwecke reicht. Zu viele Megapixel verschlechtern sogar die Qualität, wenn sie auf kleinen Bildsensoren untergebracht sind.

Zwei Megapixel reichen für eine Postkarte

Rechnen wir einmal nach: Die meisten Fotolabore belichten mit einer Auflösung von 300 dpi. Die Abkürzung steht für dots per inch, also Bildpunkte pro Inch = 2,54 cm. Ein Bild von 10 x 15 cm Größe (Postkartenformat) benötigt demnach ungefähr 1.780 x 1.190 Pixel, das sind 2,1 Megapixel (Millionen Pixel). Damit kann sogar ein älteres Smartphone aufwarten. Hat die Kamera eine höhere Auflösung, lassen sich auch Bildausschnitte verlustfrei belichten. Bei Postergrößen muss man die genannten Werte nicht proportional hochrechnen. Der größere Betrachtungsabstand erlaubt es, auch mit zum Beispiel 150 dpi oder noch weniger zu drucken, ohne dass Qualitätsmängel auffallen.
Bietet ein digitaler Fotoapparat eine Sensorauflösung von 18 Megapixeln, reicht das für einen guten Posterdruck von etwa zwei Metern Kantenlänge bei einer Auflösung von 63 dpi (25 Pixel pro Zentimeter).

Mehr Pixel sind nicht erstrebenswert

In der Digitalkamera-Bestenliste stehen oft Geräte bei der Qualitätsbewertung ganz oben, die nicht unbedingt durch Megapixel-Rekorde auffallen. Der Grund: Drängen sich die Pixel auf einer zu kleinen Fläche, nimmt die Bildqualität trotz nominal höherer Auflösung ab. Eine hohe Auflösung geht zudem zu Lasten der Geschwindigkeit bei Serienbildern, denn die Daten müssen ja auch auf die Speicherkarte geschrieben werden. Und schließlich wird eine Bilddatei von fünfzig Megabyte zur Qual, wenn Sie das Foto auf einem nicht mehr taufrischen PC bearbeiten möchten. Vor allem im Spiegelreflex-Bereich fahren die Hersteller heute oft zweigleisig und bieten eine Kamera in unterschiedlichen Varianten an: Entweder hohe Auflösung, dafür aber ein begrenzter ISO-Einstellbereich und eine geringere Geschwindigkeit, oder der niedriger auflösende Sensor, der laut dem Kamera-Ratgeber
www.digitalkameratrends.com auch bei hoher ISO-Empfindlichkeit zu weniger Bildrauschen neigt und der Kamera zudem mehr Tempo verleiht.


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