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	<title>Geschichte - Seminar Arkaden</title>
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	<description>SAP, IT und BWL Kurse und Seminare für Firmen und Privatpersonen</description>
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	<title>Geschichte - Seminar Arkaden</title>
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		<title>Historische Bildung am Bühnentresen</title>
		<link>https://www.seminararkaden.de/magazin/historische-bildung-am-buehnentresen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Klaus-Peter Egelkraut]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Nov 2014 14:35:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kultur & Sprache]]></category>
		<category><![CDATA[Adolf Südknecht]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[History Show]]></category>
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		<category><![CDATA[Leipzig]]></category>
		<category><![CDATA[Stummfilm]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Geschichtsunterricht muss nicht staubtrocken und Theater nicht allein nur unterhaltend sein. Eine &#34;Live&#34;-Soap Opera der besonderen Art, angesiedelt in Leipzig zur Nazi-Zeit, wird einem mit den St&#252;cken um die Familie S&#252;dknecht geboten: emotional, ber&#252;hrend, nachdenklich machend und dennoch mit einem Schmunzeln versehen. So gut kann Improvisationstheater sein, also schaut vorbei!</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;">Improvisationstheater ist nicht nur alberner Schabernack. Die regelmäßig stattfindende Show „Adolf Südknecht“ überzeugt in Leipzig mit einem hohen historischen und künstlerischen Anspruch. Gekonnt kann sie zwar Geschichtsunterricht nicht ersetzen, ihn aber sehr wohl humorvoll unterhaltend ergänzen.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;">Gut zwei Jahre ist das Konzept jetzt schon alt, Zeit genug, um neben viel Lob auch ein treues Stammpublikum anzusammeln, welches durch interessierte Neulinge beständig Zuwachs gewinnt. Auch die Förderinstanzen des Freistaates Sachsen und das Kulturamt der Stadt Leipzig konnten gewonnen werden. „Adolf Südknecht: The Improvised Alternate &#8211; History-Show“ nennt sich das zweimal im Monat im „Horns Erben“ gezeigte Improvisationstheater. Ergänzt wird es nun auch durch eine Stummfilm-Variante, die ebenfalls regelmäßig dargeboten wird.</span><span id="more-5800"></span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;">Hier geht es hinein in die schauerliche Zeit des Dritten Reiches, hinein in die Geschichte Leipzigs. In der Arndtstraße 33 hatte der Jungunternehmer Wilhelm Horn ab 1926 im Keller feinsten Schnaps, erlesene Weine und edle Liköre produziert. Oben wurde ausgeschenkt. Und genau dort muss die fiktive Figur Adolf Südknecht, gespielt vom 50-jährigen Schauspieler und Regisseur Armin Zarbock, inmitten der Nazi-Zeit die Kneipe am Laufen halten. Seine Familie hilft mit. Da gibt es die Mutter Adele, gespielt von Susanne Bolf, und den Sohnemann Anton, gespielt von August Geyler.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><a class="thickbox" href="https://www.seminararkaden.de/wp-content/uploads/2014/11/B8.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone wp-image-5812" title="Historisches: Mit 24 Jahren gründet Wilhelm Horn eine Spirituosenfirma, in der Arndtstraße 33 wurde produziert und ausgeschenkt" src="https://www.seminararkaden.de/wp-content/uploads/2014/11/B8.jpg" alt="Historisches: Mit 24 Jahren gründet Wilhelm Horn eine Spirituosenfirma, in der Arndtstraße 33 wurde produziert und ausgeschenkt" width="630" height="424" srcset="https://www.seminararkaden.de/wp-content/uploads/2014/11/B8.jpg 1000w, https://www.seminararkaden.de/wp-content/uploads/2014/11/B8-768x517.jpg 768w" sizes="(max-width: 630px) 100vw, 630px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;">Die Geschichte von „Horns-Weinstuben“, so hieß das „Horns Erben“ früher, wird im Stile einer Seifenoper erzählt. Wie es sich für eine anständige Soap gehört, sorgt dabei die Familie Südknecht mit wenigen signifikanten Merkmalen für freudige Wiedererkennungseffekte. Der Vater ist grummelig, die Mutter flirtet und singt gerne, der Sohn trotzt die fesche Mütze in den Sturmwind der Alltäglichkeiten und zieht in den kommunistischen Widerstand. Das zog Verfolgungen nach sich, zur Not halten sich alle am Tresen und am hauseigenen Allasch fest. Die Folgen schreiten zeitlich voran. Neueinsteiger brauchen Verständnisprobleme aber nicht zu fürchten, die Zeitreise kommt im humoresken Gewande daher.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;">Das Publikum sitzt dabei direkt vor dem Tresen und wird schon am Eingang mit einem höflichen „Bonsoir“ in den Raum gelächelt. Im Hintergrund wird gejazzt. Claudius Bruns improvisiert am Klavier, Frank Berger am Schlagzeug. Wandprojektionen und Filmeinspielungen bereichern die Szenen als künstlerisches Bildmittel. Schauspieler Zarbock erklärt bescheiden: „Kult kann man nicht planen. Und so war es auch bei uns. Der Erfolg hat uns überrannt.“</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;">Im Nachhinein kann man das Erfolgsrezept aber erklären. Der Wohlfühlfaktor im „Horns Erben“ gehört zweifellos dazu: Enge Bestuhlung, warmes Licht und eine unverwechselbare Atmosphäre.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><a class="thickbox" href="https://www.seminararkaden.de/wp-content/uploads/2014/11/B10.jpg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-5814" title="Heute erstrahlt in der Arndtstraße 33 das „Horns Erben“ in neuem Glanz " src="https://www.seminararkaden.de/wp-content/uploads/2014/11/B10.jpg" alt="Heute erstrahlt in der Arndtstraße 33 das „Horns Erben“ in neuem Glanz " width="305" height="172" srcset="https://www.seminararkaden.de/wp-content/uploads/2014/11/B10.jpg 1000w, https://www.seminararkaden.de/wp-content/uploads/2014/11/B10-768x432.jpg 768w" sizes="(max-width: 305px) 100vw, 305px" /></a><a class="thickbox" href="https://www.seminararkaden.de/wp-content/uploads/2014/11/B12.jpg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-5816" title="Hinter dem Tresen steht der Adolf und muss leider gelegentlich auch Nazis bedienen" src="https://www.seminararkaden.de/wp-content/uploads/2014/11/B12.jpg" alt="Hinter dem Tresen steht der Adolf und muss leider gelegentlich auch Nazis bedienen" width="305" height="172" srcset="https://www.seminararkaden.de/wp-content/uploads/2014/11/B12.jpg 1000w, https://www.seminararkaden.de/wp-content/uploads/2014/11/B12-768x432.jpg 768w" sizes="(max-width: 305px) 100vw, 305px" /></a><a class="thickbox" href="https://www.seminararkaden.de/wp-content/uploads/2014/11/B14.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-5817" title="Manchmal wird es schaurig, aber oft beherrscht der Humor das Geschehen" src="https://www.seminararkaden.de/wp-content/uploads/2014/11/B14.jpg" alt="Manchmal wird es schaurig, aber oft beherrscht der Humor das Geschehen" width="305" height="172" srcset="https://www.seminararkaden.de/wp-content/uploads/2014/11/B14.jpg 1000w, https://www.seminararkaden.de/wp-content/uploads/2014/11/B14-768x432.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 305px) 100vw, 305px" /></a><a class="thickbox" href="https://www.seminararkaden.de/wp-content/uploads/2014/11/B7.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-5811" title="Humor kommt nicht zu kurz: v.l.n.r.: Armin Zarbock, Susanne Bolf, August Geyler" src="https://www.seminararkaden.de/wp-content/uploads/2014/11/B7.jpg" alt="Humor kommt nicht zu kurz: v.l.n.r.: Armin Zarbock, Susanne Bolf, August Geyler" width="305" height="172" srcset="https://www.seminararkaden.de/wp-content/uploads/2014/11/B7.jpg 1000w, https://www.seminararkaden.de/wp-content/uploads/2014/11/B7-768x432.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 305px) 100vw, 305px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;">Auf der Videoleinwand rattert ab und an eine schwarz-weiße Straßenbahn durchs Leipzig vergangener Tage. Das Lokalkolorit ist ein weiterer Erfolgsfaktor. Manchmal laufen aber auch Originalaufnahmen der damaligen Nachrichten: „Die deutsche Wochenschau“ berichtete propagandistisch vom notwendigen Endsieg der vermeintlichen deutschen Herrenrasse. Der geschichtliche Anspruch ist der Dreh &#8211; und Angelpunkt. Zarbock erläutert: „Die Recherche ist unsere Hausaufgabe. Wir recherchieren in Chroniken, in autobiographischen Büchern, Leipzig-Almanachen, besuchen Ausstellungen und schauen Filme aus der jeweilige Epoche.“</span></p>
<p style="text-align: justify;"><a class="thickbox" href="https://www.seminararkaden.de/wp-content/uploads/2014/11/B1.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-5806" title="Regelmäßige Gäste, Darsteller und Musiker, gehören zum Konzept " src="https://www.seminararkaden.de/wp-content/uploads/2014/11/B1.jpg" alt="Regelmäßige Gäste, Darsteller und Musiker, gehören zum Konzept " width="305" height="172" srcset="https://www.seminararkaden.de/wp-content/uploads/2014/11/B1.jpg 1000w, https://www.seminararkaden.de/wp-content/uploads/2014/11/B1-768x432.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 305px) 100vw, 305px" /></a><a class="thickbox" href="https://www.seminararkaden.de/wp-content/uploads/2014/11/B5.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-5809" title="Hält nicht nur das Kerzenlicht: Claudius Bruns sitzt auch am Klavier." src="https://www.seminararkaden.de/wp-content/uploads/2014/11/B5.jpg" alt="Hält nicht nur das Kerzenlicht: Claudius Bruns sitzt auch am Klavier." width="305" height="172" srcset="https://www.seminararkaden.de/wp-content/uploads/2014/11/B5.jpg 1000w, https://www.seminararkaden.de/wp-content/uploads/2014/11/B5-768x432.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 305px) 100vw, 305px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;">Welche Informationen am jeweiligen Abend zur Anwendung kommen, wird live entschieden, gut 70 Prozent der angelernten Erkenntnisse gehen verloren. Nur der erste und der letzte Satz stehen fest. Die „Südknechts“ sind Improvisationstheater vom Feinsten. Flexibel wird zwar ohne Planung, aber nicht ohne Überlegung, gehandelt. Hier kommt die langjährige Erfahrung zum Vorschein, alle sind gestandene Improvisations- und Theaterschauspieler. „Ein größeres Kompliment kann es nicht geben, als wenn der Zuschauer glaubt, die gespielten Vorgänge wären geprobt. Sie sind es tatsächlich nicht.“, so Zarbock. Das Publikum, welches nur dann ins Spiel einbezogen wird, wenn es auch Bereitschaft signalisiert, wird angesprochen. So ist immer ein Zuschauer der steinalte Hund der Familie, Leckerlies werden verteilt. Auch regelmäßige Gäste, sowohl Darsteller als auch Musiker, gehören zum Konzept. Zwischen all dem schrägen Humor bringt die Naivität der Figuren die Zuschauer zum Nachdenken. Historisch verbürgte Geschichte, die Fakten werden dokumentarisch abgebildet. Ein Dokumentartheater ist es aber nicht, die fiktive Handlung kann jederzeit vertieft oder episch ausgebaut werden. Man erlebt wahrhaftige Geschichte in narrativer Form.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;">So gab es in den 30er Jahren eine Wirtschaftskrise und einen starken Mann, der Hilfe und die Erweckung Deutschlands versprach. Prompt empfiehlt Mutter Adele ihrem Mann ein härteres Durchgreifen: „Der Hitler hat so grandios gesprochen. Der kann auch im Theater auftreten. Warum bist du so wenig Führer?“ Die Figuren legen blanḱ und frei ihre Unwissenheit dar, sympathisch muss man sie dennoch hin und wieder finden. Dadurch bleibt bisweilen das Lachen im Halse stecken. Schauerlich ist es, wenn das Publikum rhetorisch ins Konzentrationslager geschickt wird. So kommt ein Sturmbandführer zum Trinken ins „Horns“ und berichtet davon, dass er einer vermeintlichen arischen Herrenrasse angehört, die schon bald die Weltherrschaft an sich reißen wird. Viele Versatzstücke der menschenverachtenden Nazi-Ideologie, die damals den Völkermord als den natürlichen Verlauf des Lebens propagieren wollte, kommen in den Gesprächen der Beteiligten zum Vorschein.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><a class="thickbox" href="https://www.seminararkaden.de/wp-content/uploads/2014/11/B9.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-5813" title="Die Produzenten der &quot;Südknechts&quot; vereint." src="https://www.seminararkaden.de/wp-content/uploads/2014/11/B9.jpg" alt="Die Produzenten der &quot;Südknechts&quot; vereint." width="630" height="420" srcset="https://www.seminararkaden.de/wp-content/uploads/2014/11/B9.jpg 1000w, https://www.seminararkaden.de/wp-content/uploads/2014/11/B9-768x512.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 630px) 100vw, 630px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;">Man spürt, wie die einfachen Leute damals eingespannt wurden. Finanzkrise, Gleichschaltung der Medien und Universitäten, die die Rassenideologie bestätigen sollten. Die Familie Südknecht steht mit all ihrer Unwissenheit und den ökonomischen Zwängen mittendrin. Das Nazi-Evangelium, wonach die Deutschen die eigentlich überlegene Rasse wären, wurde damals mit Ritualen, die das Denken und die Kritik abwehren sollten, eingeübt. Die Nazi-Ideologie rechtfertigte das Blutvergießen und betäubte massenhaft die moralisch humanen Maßstäbe. Die Figuren erleben die sich bahnbrechende Kopfwäsche am eigenen Leibe. Sie sind die netten Leute von nebenan und wollen sich ab und an auch als Herrenrasse der Geschichte begreifen. Als Zuschauer steht man dann vor Fragen: Schaut man hier Mitläufern, Opfern oder Tätern zu? Wie groß kann die Schuld der einfachen Kneipersfamilie bemessen werden?</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;">Die <a href="http://toi-toi-toi.de/adolf-sudknecht/" target="_blank">„Südknechts“</a> können sicherlich keinen notwendigen Geschichtsunterricht ersetzen, aber das exzellente Improvisationstheater ist ein Unterhaltungskonzept, dass in die richtige Richtung weist &#8211; gerade in Zeiten, in denen es in Sachsen eine Wahlbeteiligung von nicht einmal 50 Prozent gibt und der rechtskonservative Rand von sich Reden macht. Bildung auf den Bühnenbrettern der Republik, humorvoll wird einem Vergessen entgegen gesteuert. Die „Südknechts“ haben die Bewertungs- und Qualitätsmaßstäbe für Improvisationstheater gänzlich neu erfunden. Gelungener realisiert kann man sich diese Theaterform kaum vorstellen.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><a class="thickbox" href="https://www.seminararkaden.de/wp-content/uploads/2014/11/B15.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-5805" title="Nur Not wird sich am Tresen und am hauseigenen Allasch festgehalten" src="https://www.seminararkaden.de/wp-content/uploads/2014/11/B15.jpg" alt="Nur Not wird sich am Tresen und am hauseigenen Allasch festgehalten" width="630" height="299" srcset="https://www.seminararkaden.de/wp-content/uploads/2014/11/B15.jpg 1000w, https://www.seminararkaden.de/wp-content/uploads/2014/11/B15-768x364.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 630px) 100vw, 630px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;">Nächste Vorstellungen:</span></p>
<ul style="list-style-type: circle;">
<li><span style="font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;">Adolf Südknecht<span style="font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;"> – </span>The Improvised Alternate-History-Show: 15. Dezember, 20 Uhr, Theater Mandroschke, Halle (Saale)<br />
</span></li>
<li><span style="font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;">Adolf Südknecht – Die Stummfilm-Variante „Lichter der Großstadt“: 29. Dezember, <span style="font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;">20 Uhr</span>, Horns Erben, Leipzig<br />
</span></li>
<li><span style="font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;">Adolf Südknecht – Die Stummfilm-Variante „Lichter der Großstadt“: z7.Januar, 20 Uhr, Horns Erben, Leipzig</span></li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>1813 /1913 / 2013 &#8211; bei Lützows Jägern</title>
		<link>https://www.seminararkaden.de/magazin/1813-1913-2013-bei-luetzows-jaegern/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Klaus-Peter Egelkraut]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 29 Oct 2013 15:44:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kultur & Sprache]]></category>
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		<category><![CDATA[Reenactment]]></category>
		<category><![CDATA[Völkerschlacht]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.seminararkaden.de/magazin/?p=4386</guid>

					<description><![CDATA[<p>Leipzig gedachte dieser Tage zweier zusammenh&#228;ngender Ereignisse. Zum einen liegt die V&#246;lkerschlacht bei Leipzig 200 Jahre zur&#252;ck, zum anderen thront bereits seit 100 Jahren das gleichnamige Denkmal auf einem H&#252;gel im S&#252;den der Stadt. In einer kleinen Reihe m&#246;chten wir uns dem Thema unvoreingenommen n&#228;hern, Beteiligte, Verantwortliche und Besucher zu Wort kommen lassen.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;">Nachdem sich letzte Woche Mathias dem Thema „200 Jahre Völkerschlacht“ eher allgemein genähert hatte, möchten wir diesmal die Hobbyisten selbst zu Wort kommen lassen. Warum lebt man Geschichte nach, verbringt mehrere Tage pro Jahr im Biwak und widmet einen Großteil seiner Freizeit dem Reenactment? Stellvertretend für tausende Leipziger Gäste und dutzende Vereine besuchten wir 2 sehr unterschiedliche oder doch gleiche Interessengemeinschaften. <span id="more-4386"></span></span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;"> Da ich mich als geschichtsinteressierter Mensch schon seit Jugendtagen mit dem Thema Befreiungskriege auseinander gesetzt hatte und diese Periode gerade für die Region Leipzig eine bedeutende war, beschäftigten sich folgerichtig bereits mehrere Artikeln mit der napoleonischen Epoche.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;">Vor 2 Jahren brachten wir einen kurzen <a href="https://www.seminararkaden.de/magazin/kultur-sprache/198-jahrestag-der-volkerschlacht-bei-leipzig/" target="_blank">Artikel zur Schlachtdarstellung</a>, letztes Jahr nahmen wir am <a href="https://www.seminararkaden.de/magazin/bildung-wissen/burgerfest-am-volkerschlachtdenkmal/" target="_blank">Bürgerfest am Völkerschlachtdenkmal</a> teil und im August <a href="https://www.seminararkaden.de/magazin/kunst-design/eric-babak-der-mann-fuers-ohr/" target="_blank">sprach Mathias mit Erik</a> Babak, dem Komponisten des Panoramakunstwerk <a href="http://www.asisi.de/index.php?id=7#asisi_index_id_73" target="_blank">„1813 – In den Wirren der Völkerschlacht“</a>. </span><span style="font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;">Diesmal wollten wir nicht nur Zuschauer sein, sondern auch mit den Menschen reden, welche als Darsteller und „greifbare“ Zeitzeugen jedem aufgeschlossenen Besucher ein sehr eindringliches Bild der damaligen Verhältnisse vermitteln, ob nun im Biwak, historischen Dort oder auf dem „Schlachtfeld“. In Vorbereitung des Jubiläums und der von uns geplanten mehrteiligen Reihe hatte ich Kontakt zu einigen Reenactment Gruppen aufgenommen. Diese zeigten sich sehr aufgeschlossen und so vereinbarten wir Interviews + Fototermine für Freitag, den 18. Oktober.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;"> </span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;">Am Abend davor stieß ich auf einen <a href="http://www.taz.de/Jubilaeumsmarathon-zur-Voelkerschlacht/!125647/" target="_blank">Beitrag der TAZ</a> und war schlichtweg irritiert vom Gelesenen. „Hobbyschlächter“ werden darin die Darsteller betitelt und allgemein „versprüht“ der Autor selbst nur sehr wenig friedlichen Geist. Auch einige andere Magazine, Blogs etc. schlugen in dieselbe Kerbe. Was für Leute sind also die Hobbyisten und wie moralisch „verwerflich“ ist es, sich nicht nur genauer mit dem Thema zu beschäftigen, sondern auch Zuschauer bei der historischen Schlachtdarstellung sein zu wollen?</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;"> </span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;">Mit vielen Fragen und einer großen Portion Neugier im Gepäck trafen wir uns kurz nach 9 Uhr am Festanger in Markkleeberg Ost. Thomas hatte wie üblich seine komplette Fotoausrüstung (Stativ, 2 Bodys, mehrere Objektive und Filter) an Bord, ich war mit meinem Notizbuch auf aufnahmebereitem Geist „bewaffnet“. Im gesamten AGRA- und angerenzenden Gelände hatte man Biwakplätze eingerichtet, Pferdeställe, Veranstaltungsbereiche, Exerzierflächen und Marketender untergebracht. Dank Plan gut informiert erreichten wir aber ohne uns zu verlaufen das erste Ziel des Tages.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;"><a class="thickbox" title="Maketenderinnen" href="https://www.seminararkaden.de/wp-content/uploads/2013/10/THK2825.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone  wp-image-4397" title="Maketenderinnen" src="https://www.seminararkaden.de/wp-content/uploads/2013/10/THK2825.jpg" alt="" width="300" height="200" srcset="https://www.seminararkaden.de/wp-content/uploads/2013/10/THK2825.jpg 1000w, https://www.seminararkaden.de/wp-content/uploads/2013/10/THK2825-768x511.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><a class="thickbox" title="Eine sehr schlichte Form der Unterkunft" href="https://www.seminararkaden.de/wp-content/uploads/2013/10/RBS0622.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone  wp-image-4391" title="Eine sehr schlichte Form der Unterkunft" src="https://www.seminararkaden.de/wp-content/uploads/2013/10/RBS0622.jpg" alt="" width="300" height="200" srcset="https://www.seminararkaden.de/wp-content/uploads/2013/10/RBS0622.jpg 1000w, https://www.seminararkaden.de/wp-content/uploads/2013/10/RBS0622-768x511.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a> </span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;">Gegenüber dem Musentempel am „Weißen Haus“, direkt am Seeufer und unter einigen großen Bäumen, hatte das „Freikorps von Lützow“ seine Zelte aufgeschlagen. Der Lagerplatz passte perfekt zur dargestellten Einheit, handelte es sich doch um keine reguläre Truppe, sondern Freiwillige, die aus Ihrem Hintergrund und Einsätzen begründet, von strikten Reglements und festen Lagerregeln eher wenig hielten. So waren mehrere Gruppen Zelte eher locker im frischen Herbstlaub arrangiert worden. Die Darsteller des Freikorps von Lützow kommen wie in der Historie aus ganz Deutschland. 11 Gruppen stellen die einzelnen Kontingente dar, von denen sich in Leipzig ein halbes Dutzend eingefunden hatten. Neben den Rheinländern, deren Gast wir sein durften, befanden sich Detachements aus Torgau und Leipzig (Tiroler Jäger). Kleine 2-Personenzelte sah man ebenso, wie große Behausungen &#8211; ideal, um sich unter der schützenden Plane auch bei Nieselregen zu versammeln &#8211; und sehr schlichte Formen der Unterbringung, bestehend nur aus Reisig und ein wenig Stroh. Davor hatte man vielfach robuste Tische und Klappstühle aufgebaut, stets in Nähe knisternder Lagerfeuer. Auch einfache Hocker, Bänke und Baumstämme dienten als Sitzgelegenheiten.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;"> </span><span style="font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;"><a class="thickbox" title="Herbstlicher Lagerplatz" href="https://www.seminararkaden.de/wp-content/uploads/2013/10/RBS0250.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone  wp-image-4399" title="Herbstlicher Lagerplatz" src="https://www.seminararkaden.de/wp-content/uploads/2013/10/RBS0250.jpg" alt="" width="600" height="400" /></a></span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;">Wir wurden bereits von weitem erkannt und ans Feuer gewunken. Christian, unser Kontaktmann, stellte uns der Truppe vor und recht schnell fanden wir uns am Tisch sitzend im angeregten Gespräch wieder. Von Beginn an schlug uns die herzliche Stimmung, die Offenheit, das freundliche Miteinander, über Altersschranken, Geschlecht, Herkunft, Wohnort hinweg, in den Bann. Wir fühlten uns weniger wie Reporter, sondern vielmehr wie gern gesehene Gäste. Sicherlich trug dazu auch unsere Einstellung bei, die eben nicht von Vorurteilen oder allzu negativer Presse geprägt war und ist. Bereitwillig und auskunftsfreudig plauderten die Vereinsmitglieder über die Historie der Lützower, Ihre Motivation für dieses Hobby, über Alltäglichkeiten und natürlich über die Veranstaltungen und Leipzig selbst.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;"> </span><span style="font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;"><a class="thickbox" title="Zu Gast beim Freikorps" href="https://www.seminararkaden.de/wp-content/uploads/2013/10/RBS0170.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone  wp-image-4389" title="Zu Gast beim Freikorps" src="https://www.seminararkaden.de/wp-content/uploads/2013/10/RBS0170.jpg" alt="" width="600" height="400" srcset="https://www.seminararkaden.de/wp-content/uploads/2013/10/RBS0170.jpg 1000w, https://www.seminararkaden.de/wp-content/uploads/2013/10/RBS0170-768x511.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a></span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;">Der Verein „<a href="https://www.facebook.com/FreicorpsVonLutzowVereinigteKontingente1813?fref=ts" target="_blank">Das Freicorps von Lützow Rheinland e.V.</a>“ wurde vor 25 Jahren gegründet und umfasst ein gutes Dutzend Mitglieder, vom 14 Jährigen, der durch den Vater in den Verein kam, über junge und gestandene Männer bis hin zur weiblichen Verstärkung in Form einiger Marketenderinnen und Ehefrauen. Brudermeister Manfred ist mit 67 nicht nur das älteste Mitglied, sondern zugleich Kommandeur der Truppe. Man pflegt enge Beziehungen zu allen anderen Lützowern und Reenactmentgruppen, nicht nur im Rheinland, sondern auch bundes- und weltweit. Die &#8211; in Erinnerung an eines der vielen Gefechte von 1813-1815 stattfindenden &#8211; Biwaks sind jedes Mal Gelegenheit mit Gleichgesinnten über Historie zu sprechen, zu philosophieren, Freunde wiederzusehen und gemeinsam Geschichte nachzustellen und teils nachzuerleben.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;"><br />
</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;">Christian kam vor 2 Jahren zum Hobby, weil er als Besucher ein Event erlebte, und begeistert vom Erlebten und dem Wunsch selbst „mittendrin statt nur dabei“ zu sein, von seiner Frau ein bestätigendes “Na mach es doch einfach!“ hörte. Für Ihn ist sein Hobby gelebte Völkerverständigung, denn anders als damals, bekriegt man sich nicht, sondern sitzt zusammen, lernt sich über Sprachbarrieren und Ländergrenzen kennen und (er)lebt Geschichte. Tobias (20) wuchs u.a. mit den Spielen, Filmen und Büchern zur Napoleonischen Zeit auf, beschäftigte sich zuerst mit <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/LARP" target="_blank">LARP</a>, wechselte dann aber zum historisch korrekteren Reenactment.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;"><a class="thickbox" title="Jäger Christian" href="https://www.seminararkaden.de/wp-content/uploads/2013/10/THK2623.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone  wp-image-4392" title="Jäger Christian" src="https://www.seminararkaden.de/wp-content/uploads/2013/10/THK2623.jpg" alt="" width="300" height="450" /></a><a class="thickbox" title="Jäger Tobias" href="https://www.seminararkaden.de/wp-content/uploads/2013/10/THK2628.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone  wp-image-4393" title="Jäger Tobias" src="https://www.seminararkaden.de/wp-content/uploads/2013/10/THK2628.jpg" alt="" width="300" height="450" /></a> </span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;">Der größte Geschichte- und Geschichtenerzähler im Lager war Olaf, welcher eine eigene, sehr gut recherchierte <a href="https://www.facebook.com/pages/K%C3%B6niglich-Preussisches-Freikorps-von-L%C3%BCtzow/238232442988659?fref=ts" target="_blank">Seite zur Historie des Freikorps</a> betreibt. Ihn brachte das Interesse an der napoleonischen Ära und insbesondere an den Lützowern zum Hobby, auch wenn er sich „nebenher“ sehr in der römischen Geschichte zuhause fühlt. Eigentlich stellt er einen Husar dar, mangels mitgereister Pferde blieb er bei den Jägern zu Fuß und machte dort dank typischer aufwendig mit Schnüren verzierter Jacke und pelzverbrämtem Umhang eine besonders schneidige Figur. Von Ihm erfuhr ich erstaunlich viel Neues über historische Begebenheiten, über ehemalige Mitglieder des Freikorps, Ausrüstung und Einsätze.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;"> </span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;">Deren typische Uniformfarben, schwarzes Tuch, rot abgesetzt und verziert, dazu goldene Knöpfe, finden sich auch heute noch in der deutschen Flagge wieder. Die Korpsangehörigen, welche ausschließlich aus Freiwilligen bestand, viele damals im Entstehenden befindliche Burschenschaften beinhaltete und zu denen sich manchmal komplette Universitätsjahrgänge meldeten, widmeten Ihren Einsatz nicht nur dem Wunsch nach der Befreiung ihres Landes von französischer Herrschaft. Man kämpfte nicht für Geld, seinen König, aus Rache oder weil es befohlen worden war, sondern aus eigenem Antrieb, einem Freiheitsideal verpflichtet. Erstmals wurde über ein Gesamtdeutschland gesprochen, wurde am Abend philosophiert, studiert, man sang miteinander und äußerte sich über eine moderne vom Bürgertum bestimmte Zukunft. Bedeutende Persönlichkeiten gehörten dem Korps an, von Theodor Körner (Dichter und Dramatiker) oder Ludwig Jahn (Begründer der Turnbewegung), bis hin zu Friedrich Fröbel („Vater“ des Kindergartengedankens). Auch aus obigen Gründen genießt das Freikorps des Major von Lützow auch heute noch ein hohes Ansehen.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;"><a class="thickbox" title="Husar &quot;zu Fuß&quot; Olaf" href="https://www.seminararkaden.de/wp-content/uploads/2013/10/THK2637.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone  wp-image-4394" title="Husar &quot;zu Fuß&quot; Olaf" src="https://www.seminararkaden.de/wp-content/uploads/2013/10/THK2637.jpg" alt="" width="300" height="450" /></a><a class="thickbox" title="Jäger Fritz" href="https://www.seminararkaden.de/wp-content/uploads/2013/10/THK2641.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone  wp-image-4395" title="Jäger Fritz" src="https://www.seminararkaden.de/wp-content/uploads/2013/10/THK2641.jpg" alt="" width="300" height="450" /></a> </span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;">Natürlich interessierten mich auch Waffen und Ausrüstung und mit Fritz fand ich den passenden Ansprechpartner. Damals waren viele Beutewaffen im Einsatz, den ein Jäger hatte sich selbst um seine Bewaffnung zu kümmern und nahm diese daher bei Gelegenheit dem Feinde ab. Auch bei den Darstellern findet man keine einheitliche Linie vor, sondern französische Steinschloßgewehre wechseln sich mit Jagdbüchsen und Säbel aller Art mit Hirschfängern ab. Will man in diesem Hobby eine Waffe bei sich führen, so muss diese eine Sicherheitsbescheinigung aufweisen, wird regelmäßig überprüft und der Lauf ist gestempelt. Replikate kann man ab 600 € erwerben, soll das gute Stück auf traditionelle Weise hergestellt werden, sind mindestens 3000 € fällig. Wer zusätzlich die Waffe abfeuern möchte (selbstredend ohne Geschoss!), muss 21 Jahre alt sein, eine Unbedenklichkeitsbescheinigung vorlegen können und den sogenannten Schwarzpulverschein absolvieren. Damit wird sichergestellt, dass jeder Gewehrträger weiß, wie er sich zu verhalten hat, Sicherheitsrichtlinien kennt und auch psychologisch eine gesunde und respektvolle Einstellung zum Umgang mit Sprengstoffen und Waffen allgemein aufweist.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;"> <a class="thickbox" title="Ohne Kaffee geht nichts :-)" href="https://www.seminararkaden.de/wp-content/uploads/2013/10/RBS0162.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone  wp-image-4402" title="Ohne Kaffee geht nichts :-)" src="https://www.seminararkaden.de/wp-content/uploads/2013/10/RBS0162.jpg" alt="" width="300" height="450" /></a></span><a class="thickbox" title="Üben für die historische Gefechtsdarstellung" href="https://www.seminararkaden.de/wp-content/uploads/2013/10/THK2959.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone  wp-image-4398" title="Üben für die historische Gefechtsdarstellung" src="https://www.seminararkaden.de/wp-content/uploads/2013/10/THK2959.jpg" alt="" width="300" height="450" /></a></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;">Während ich die vielen neuen Informationen (von denen ich im Rahmen des Artikels aus Platzgründen leider nur Teile wiedergeben kann) in mich aufnahm, Notizen machte und nachfragte, dirigierte Thomas die Truppe für Gruppenaufnahmen, erstellte Portraits, versuchte das Lagerleben einzufangen. Seine Aktivitäten sorgten für einige Aufmerksamkeit, denn auch andere Besucher, Fotografen, Darsteller der verschiedensten Einheiten, Anwohner u.v.m. nutzten die Gelegenheit für tolle Aufnahmen oder einfach nur um in engeren Kontakt zu kommen. Kurz vor Ende wurden alle Lützower zusammengerufen und für die nächsten beiden Tage gebrieft. Neben Organisatorischem, den Zeitplänen für Exerzieren, An- und Abmarsch, Aufstellung und Einsatzvorgabe für die Schlachtdarstellung, widmete man sich intensiv dem Thema Sicherheit. Wer glaubte, beim Reenactment könne man „wild in der Gegend rumballern“ oder Krieg spielen, wurde hier erneut eines Besseren belehrt.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;"> </span><span style="font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;"><a class="thickbox" title="Gutgelaunte Frohnaturen, die Lützower aus dem Rheinland" href="https://www.seminararkaden.de/wp-content/uploads/2013/10/RBS0215.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone  wp-image-4390" title="Gutgelaunte Frohnaturen, die Lützower aus dem Rheinland" src="https://www.seminararkaden.de/wp-content/uploads/2013/10/RBS0215.jpg" alt="" width="600" height="400" srcset="https://www.seminararkaden.de/wp-content/uploads/2013/10/RBS0215.jpg 1000w, https://www.seminararkaden.de/wp-content/uploads/2013/10/RBS0215-768x511.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a></span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;">Apropos „Krieg spielen“: nichts liegt den Hobbyisten ferner. Von „Hobbyschlächtern“ (entschuldigt, dass ich diesen absolut unpassenden Ausdruck nochmals verwenden muss), Kriegsverherrlichung, nationalistisch-rechtem Gedankengut oder einem falschen Geschichtsverständnis keine Spur. Im Gegenteil, egal mit wem ich redete (und das trifft auch auf alle anderen Hobbyisten, die wir später am Tage noch trafen, zu), man war sich besonders deutlich der Geschehnisse und des Schreckens, der vor 200 Jahren herrschte bewusst. Sich mit der Geschichte zu beschäftigen, heißt diese verstehen zu lernen und daraus Lehren ziehen zu können. Und so ist es auch kein Wunder, dass sich einzelne Mitglieder dem Thema Volksbürgerliche Aufklärung z.B. durch unterhaltsame, und eben dadurch besonders eindringliche Vorträge in Schulklassen widmen. Statt trockenem Lehrstoff aus dem Geschichtsbuch, erzählt und liest man aus Tagebüchern, berichtet vom Leben der Bevölkerung, der Soldaten, kann Fragen viel fundierter und verständlicher beantworten, als jeder Fachlehrer, für den diese Periode eben nur eine von vielen aus dem Lehrplan ist.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;"> </span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: tahoma,arial,helvetica,sans-serif;">Leider neigte sich unsere Zeit dem Ende zu und so rückten wir begleitet von freundlichen Worten ab in Richtung Pleiße und französisches Lager, welchem wir auch den nächsten Artikel widmen werden. Viel Spaß beim verfolgen der Links, kommentieren, verteilen und liken.</span></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Aus aktuellem Anlass: &#8230;ist Schuld!</title>
		<link>https://www.seminararkaden.de/magazin/aus-aktuellem-anlass-ist-schuld/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Klaus-Peter Egelkraut]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 Feb 2013 08:04:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bildung & Wissen]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenswertes]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Schuld]]></category>
		<category><![CDATA[Ursachen]]></category>
		<category><![CDATA[Verurteilung]]></category>
		<category><![CDATA[Vorurteil]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Von Vorurteilen, Ursachenforschung und den (Un)schuldigen...uns.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;">Natürlich weiß ich, dass man bereits veröffentlichte Artikel nicht nochmals bringen sollte. Den alten zu löschen oder mit neuem Datum künstlich aktuell zu halten, ist auch keine gute Lösung. Und ja, doppelter Content wird bestraft. Doch was soll man machen, wenn das, was man vor Monaten schrieb, immer noch aktuell ist, oder anders gesagt, es immer bleibt? Wenn man so oft denkt&#8230;schon wieder! </span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;">Im September 2011 hier erschienen, ist der Beitrag weit nach hinten gerutscht und wird sicher nur noch selten entdeckt. Zu Unrecht, wie ich finde. Wo ich den aktuellen Anlass sehe fragen Sie? Fast überall. Wirtschaftskrise, Bildungsmisere, verpatzte Familienpolitik, &#8222;Superwahljahr&#8220;; an Gelegenheiten, die Schuld woanders zu suchen, von sich zu weisen, mangelt es nicht. </span><br />
<span style="font-family: tahoma, arial, helvetica, sans-serif;">Daher nun viel Spaß beim lesen, nachdenken und kommentieren!</span></p>
<p><span id="more-3239"></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: 'comic sans ms', sans-serif;">Heute möchte ich nach langem Überlegen meine Meinung zu einem heißen Thema kundtun.</span></p>
<p><span style="font-family: 'comic sans ms', sans-serif;">Worum es geht?</span></p>
<p><span style="font-family: 'comic sans ms', sans-serif;">Um Schuld.</span></p>
<p><span style="font-family: 'comic sans ms', sans-serif;">Um die Suche danach.</span></p>
<p><span style="font-family: 'comic sans ms', sans-serif;">Um den leichten Weg, die Ausrede, die Polemik, das Fingerzeigen auf vermeintliche Ursachen.</span></p>
<p><span style="font-family: 'comic sans ms', sans-serif;">Wann? Immer. Leider.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: 'comic sans ms', sans-serif;">Es hat Tradition, die Ursachen von schlechtem Benehmen, von Vorfällen, von Skandalen, von Katastrophen, von was auch immer, beim aktuellen „Lieblings“-Außenseiter, neuen Dingen, unbekannten oder (noch) nicht richtig verstandenen Techniken und neuesten wissenschaftlichen Errungenschaften zu suchen.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: 'comic sans ms', sans-serif;">Nachdenken, tiefer in die Materie gehen, echte Ursachen erforschen, ach was! Eine schnelle, massentaugliche, am besten noch reißerische Lösung muss her!</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: 'comic sans ms', sans-serif;"> </span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: 'comic sans ms', sans-serif;"><strong>Geschichtlich finden wir dafür „gute“ Beispiele:</strong></span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: 'comic sans ms', sans-serif;">Ungeliebte, andersgläubige, konkurrierende, zu reiche usw. Völker und Volksstämme durften stets als Schuldige herhalten. Man denke an die Verfolgungen der ersten Christen, der Juden, Sorben, Sinti &amp; Roma, Hexenverbrennungen etc. Schlechte Ernten, Diebstähle, Missbildungen? Die Hexe war’s, der Zigeuner, der Ausländer, der Fremde!</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: 'comic sans ms', sans-serif;">Genozide unglaublichen Ausmaßes fanden statt, eine blutige Spur zieht sich so durch die Jahrtausende. Erste Wissenschaftler stellten Ihre Entdeckungen, Ihre Erfindungen vor, und wurde dafür gehasst, verdammt, gejagt. Veränderungen waren nicht erwünscht, traten diese dennoch ein, dann waren DIE an allen negativen Begleiterscheinungen schuld!</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: 'comic sans ms', sans-serif;">Bibel übersetzen, Buchdruck, Erde umsegeln, Elektrizität, Eisenbahn, Telefon, Radio? Welch wirre Ideen, die doch Niemand braucht! Damals verdammt, heute nicht anders vorstellbar.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: 'comic sans ms', sans-serif;">Der Mensch entdeckte das Feuer und fackelt(e) damit Häuser ab, setzt(e) Wälder in Brand. Ist Feuer deswegen „böse“? Nein, denn es wärmte, erhellte die dunklen Stunden, erlaubte Kochen, Braten, neue Handwerke.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: 'comic sans ms', sans-serif;">Pfeil&amp; Bogen und Armbrüste wurden entwickelt und (Überraschung?) Menschen damit umgebracht, Töten aus der Ferne möglich. Sind Pfeil und Bogen daran Schuld, ist diese Erfindung Teufelswerk? 1139 war man dieser Meinung und in Europa wurden diese Waffen geächtet. Zu unritterlich hieß es, aber natürlich galt bei Nichtchristen diese Regelung nicht. Hauptsache weg mit den Andersgläubigen. Und dennoch, nutze man nicht die Waffe auch zum Jagen, zum Sport, um das Überleben zu sichern, so wie auch jetzt es noch Indianervölker im Amazonasgebiet es tun? Teufelswerk?</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: 'comic sans ms', sans-serif;">Das Automobil erblickt das Licht der Welt. Und die Welt? Sie schimpft.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: 'comic sans ms', sans-serif;"><strong>Autos sind laut, nutzlos, zu langsam, hässlich</strong> und werden niemals die Kutsche und das Pferd ersetzen. Ach ja?</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: 'comic sans ms', sans-serif;">Weltweit sterben jedes Jahr rund 1 Million Menschen im Straßenverkehr. Unsere Atmosphäre wird verunreinigt, fossile Brennstoffe ohne Rücksicht ausgebeutet, blühende Landschaften von Autobahnen durchschnitten. Ist das Auto Schuld? Dessen Erfinder? Wie leicht ist es doch zu sagen: Autos sind Schuld an der Umweltverschmutzung. Keine Politik, kein Konzern, kein Streben nach Umsatz, nach Geld, auf keinen Fall man selbst als Nutzer, sondern ein Ding. Aha. </span><span style="font-family: 'comic sans ms', sans-serif;">Gern wird auch vergessen, was die Mobilisierung der Bevölkerung, was Schnellstraßennetze, was Individual-, öffentlicher Nah- und Lieferverkehr für eine Bedeutung haben.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: 'comic sans ms', sans-serif;">Atomkraft wird nutzbar. Was tut der Mensch? Er nutzt sofort die zerstörerische Macht und löscht gottgleich ganze Städte aus. Atomwaffentests haben überall auf der Welt ihre Spuren hinterlassen, Sibirien, Nevada, Pazifik, Indien&#8230;Atomwaffen stellten über Jahrzehnte des kalten Krieges das ultimative Abschreckungsmittel dar. Ist die Kraft des Atom also etwas Schlechtes? </span><span style="font-family: 'comic sans ms', sans-serif;">Ist die Entdeckung der Nutzbarmachung schuld an den Millionen Toten, an Missbildungen, an verstrahlten Zonen, an ungeklärten Endlagerstätten, verseuchtem Boden, an Energiekrisen? </span><span style="font-family: 'comic sans ms', sans-serif;">Oder ist es der Umgang damit? Sind die Betreiber Schuld, die Militärs, DIE eben? Oder tragen wir nicht selbst alle zum richtigen oder falschen Umgang bei?</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: 'comic sans ms', sans-serif;"> </span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: 'comic sans ms', sans-serif;"><strong>Aber, aber kann man sagen, heutzutage sind wir doch aufgeklärt, unsere Zivilisation hat sich entwickelt, wir sind gebildet, bessere Menschen. Ist das so?</strong></span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: 'comic sans ms', sans-serif;">Skandale, Umweltsünden, Kriege, Katastrophen gibt es auch heute, tausendfach. Jeden Tag hören wir, lesen wir davon, sehen Live-Bilder. Verändert dies unsere Meinung, unsere Einstellung? </span><span style="font-family: 'comic sans ms', sans-serif;">Oder denken wir – so gut informiert, so breit versorgt mit News, so modern und hochgebildet &#8211;  weiterhin: <strong> </strong></span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: 'comic sans ms', sans-serif;"><strong>DIE sind Schuld!?</strong></span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: 'comic sans ms', sans-serif;"><a class="thickbox" title="DIE sind schuld!" href="https://www.seminararkaden.de/wp-content/uploads/2011/09/schuld.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-726 alignnone" style="margin-left: 10px; margin-right: 10px;" title="DIE sind schuld!" src="https://www.seminararkaden.de/wp-content/uploads/2011/09/schuld.jpg" alt="" width="600" height="400" /></a></span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: 'comic sans ms', sans-serif;">Wer erinnert sich nicht an Erfurt, an Winnenden, an Utøya? Irre Menschen begehen Massenmorde. Was tituliert die Presse? Killerspiele sind Schuld! Die Moslems waren es! Die rechte Szene hat zugeschlagen! Nicht zu vergessen, Facebook ist Schuld! Ach ja, und die Waffenindustrie!</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: 'comic sans ms', sans-serif;">Polemik soweit das Auge blickt. Wie Geier stürzen sich manche Journalisten auf das Ereignis und sind sich nicht zu Schade, unrecherchiert, unreflektiert und unverschämt, die erstbeste Lösung zu präsentieren. <strong>Schuldige gesucht? Bitte sehr!</strong></span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: 'comic sans ms', sans-serif;"> </span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: 'comic sans ms', sans-serif;">Priester vergehen sich an Minderjährigen, und das nicht als Einzelfall. Kinder werden entführt, missbraucht, getötet. Schuld hat das Zölibat, die schlechte Kindheit, der falsche Umgang.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: 'comic sans ms', sans-serif;"><strong>Voila! Schuldfrage gelöst.</strong> Warum suchen, wenn es doch so einfach sein kann, so leicht  auch von der Masse angenommen wird. Der Durchschnittsbürger fühlt sich bestätigt, brummt sein: „ Das habe ich schon immer gesagt!“ in den Bart und wendet sich der nächsten Meldung zu.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: 'comic sans ms', sans-serif;">Vorurteilsbehaftet erwischt man sich selbst viel zu häufig dabei, bei anderen Dingen ebenfalls nach &#8222;Schema F&#8220; zu handeln, zu bewerten. Man hat es so erlebt, sich „antrainiert“, folgt nur zu gern den Meinungen der Boulevardpresse oder vermeintlicher Experten.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: 'comic sans ms', sans-serif;"> </span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: 'comic sans ms', sans-serif;"><strong>Macht man es sich zu leicht, denkt man zu wenig nach, bewertet man zu schnell?</strong></span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: 'comic sans ms', sans-serif;">Oft reicht ein Blick, ein halb-gehörter Satz, und eine Person, eine Meldung, ein Produkt, ein was auch immer, ist abgestempelt, klassifiziert, erfasst, abgelegt. Die nächste Begegnung damit erfolgt unweigerlich vorbelastet. </span><span style="font-family: 'comic sans ms', sans-serif;">Beruflich und privat betrifft mich dies zum Beispiel im Bereich der neuen Medien, des Web 2.0, sozialer Netzwerke. Und klar, auch beim Thema Facebook.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: 'comic sans ms', sans-serif;">Aktuelle Aufreger und Facebook- „Verteufelungsgelegenheiten“  hatten wir schon genug in diesem Jahr:</span></p>
<ol style="text-align: justify;">
<li><span style="font-family: 'comic sans ms', sans-serif;"><a href="http://www.welt.de/wirtschaft/webwelt/article12583967/Terroristen-rekrutieren-Nachwuchs-bei-Facebook.html" target="_blank">Terroristen rekrutieren Nachwuchs bei facebook</a> </span></li>
<li><span style="font-family: 'comic sans ms', sans-serif;"><a href="http://www.stern.de/wissen/technik/facebook-datenkrake-oder-geschuetzter-raum-kritik-an-facebook-1670417.html" target="_blank">Facebook eine Datenkrake?</a></span></li>
<li><span style="font-family: 'comic sans ms', sans-serif;"><a href="http://www.stern.de/digital/online/facebook-fans-stuermen-geburtstagsparty-im-vorgarten-von-thessa-1692209.html" target="_blank">Facebook-Fans stürmen Geburtstagsparty</a></span></li>
<li><span style="font-family: 'comic sans ms', sans-serif;"><a href="http://www.bild.de/news/inland/facebook-party/imjuli-50000-besucher-bei-facebook-party-in-bochum-erwartet-18530632.bild.html" target="_blank">Sie wollen „Feiern, Flirten, Trinken“ – und den Rekord</a></span></li>
<li><span style="font-family: 'comic sans ms', sans-serif;">ULD-„Affäre“, mehr dazu <a href="http://www.kompetenz-medienkommunikation.net/2011/deutschland-und-der-datenschutz/" target="_blank">hier </a>und <a href="http://www.kompetenz-medienkommunikation.net/2011/der-tod-unserer-wettbewerbsfahigkeit-die-deutsche-borniertheit/" target="_blank">hier</a>.</span></li>
</ol>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: 'comic sans ms', sans-serif;">Beispiele dieser Art könnte ich hier noch etliche aufführen. Fast immer wird Facebook der Schwarze Peter zugeschoben. Facebook kontrolliere, manipuliere, bevormunde, verhalte sich gesetzeswidrig, und und und. </span><span style="font-family: 'comic sans ms', sans-serif;">Ganz aus der Luft gegriffen sind diese Vorwürfe nicht. Aber als Nutzer liest und kennt man die Datenschutz- und sonstigen Regeln des Portales, und kann sich seinen Account so öffentlich oder geschlossen einrichten, wie man möchte. </span><span style="font-family: 'comic sans ms', sans-serif;">Wie man die zur Verfügung stehenden Funktionalitäten nutzt, was man freigibt, wen einlädt, mit wem Nachrichten tauscht usw. liegt bei jedem User selbst. </span><span style="font-family: 'comic sans ms', sans-serif;">Prinzipiell war dies nicht anders zu Zeiten des Telefons, des Briefverkehrs, den Anfängen der Internet-Kommunikation über Foren und E-Mails.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: 'comic sans ms', sans-serif;">Mit dem Finger in Richtung Facebook zu zeigen, DIE sind Schuld zu sagen, ist falsch.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: 'comic sans ms', sans-serif;"> </span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: 'comic sans ms', sans-serif;">Jeder Mensch hat seinen eigenen Kopf zum denken, kann und sollte für sich selbst einstehen, sich seine Meinung bilden, nicht bilden lassen. Web 2.0 und Social Media Networks bieten –endlich– so viele Möglichkeiten dazu. Nutzen wir sie, um Vorurteile zu entkräften, beide Seiten einer Medaille zu betrachten und hinter die Schlagzeile zu schauen.</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="font-family: 'comic sans ms', sans-serif;"><strong>Glauben Sie mir, es lohnt sich!</strong></span></p>
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